Warum schreibe ich eigentlich?

Warum schreibe ich eigentlich?

Die Geschichte hinter den geschichten

Wer oder was meine Geschichte geschrieben hat? Wieso Schriftstellerin?
Spannende Frage.
Eigentlich hätte ich auch Feuerwehrfrau werden können.
 
Kleine Anekdote am Rande:
Im Ernst! Vier Jahre in der Jugendfeuerwehr meines Heimatsortes haben mich nachhaltig geprägt und meiner Liebe zu praktischem Handwerk und Geselligkeit Rechnung getragen.
Trotz aller Prüfungen und Abzeichen bis zur Feuerwehrfrau kam das Leben als junge Frau dazwischen, die gerade erst angefangen hatte, die Welt kennenzulernen:
Eine neue Liebe und ein geisteswissenschaftliches Studium haben mich schließlich in eine weit entfernte Stadt ziehen lassen und der Weg der nach Rauch duftenden, ölverschmierten Uniform endete.
 
Kommen wir zum Punkt (das fällt ja bekanntlich vielen Autoren schwer ;)).
Das Schreiben hat mich schon früh gefunden:
Wie so oft, muss man bei der Berufsfrage lediglich in seine Kindheit schauen. Hinweise auf mögliche Berufungen (ja, ich glaube daran, dass es mehr, als nur die eine gibt) sind überall eingestreut. Die Frage ist nur, ob man sie aufmerksam wahrnimmt.
Ich tat das nicht, wohl aber meine Mutter, die mich immer dazu bekräftigte, mehr aus meinem kreativen Potenzial zu machen (#berufstätigemütterwollenaucheinmaldurchatmen).
 

Während diese viel arbeiten musste, um uns durchzubringen, waren zu meiner Generation Tablets und Handys noch Zukunftsmusik. Papier und Stifte jedoch immer in greifbarer Nähe.
Meine Beschäftigungstherapie hatte sich schnell zu einem kreativen Lieblingshobby ausgeweitet – sehr zur Freude meiner schwer schufftenden Mutter.
Seit dem war kein Familienfest vor selbstverfassten und grottenschlecht notgereimten Kinder-Gedichten sicher. :)Bei Poesie blieb es nicht, bald schon führte ich eigens verfasste Theaterstücke mit Stofftieren auf und versuchte mich im Späteren auch an der Komposition von melancholischen Songs am Klavier.

Sieht so aus, als war alles klar, oder?

War es nicht.
Mit zunehmendem Alter wich die Kreativität und der analytische mentale Verstand versuchte, deren Platz einzunehmen. Nachdem meine Interessen so breit gestreut waren, wie meine Augen sehen konnten, habe ich eben studiert und etwas “Anständiges” gemacht.

Das Schreiben hat mich Gottseidank nie losgelassen und suchte sich immer wieder Platz in meinem Leben. Bis ich eines Tages anfing, eine Geschichte, die mir in den Sinn kam und teilweise auf einem Traum beruhte, einfach wahllos aufzuschreiben und nach einem zwei-monatigen Schreibflash war der Debütroman fertig. Bis zur Veröffentlichung dauerte es dann noch einige Monate länger, da mir ein Schicksalsschlag Gelegenheit dazu gab, mir ebenfalls ein paar Gedanken über das Leben zu machen.

Kurzzeitig hatte das Schauspiel mir die Flause in den Kopf gesetzt, diesen Weg beruflich einzuschlagen. Viele Jahre habe ich in meiner Jugendzeit begeistert am Theater gespielt und es sehr genossen. Letztlich schließe ich jedoch daraus, dass es hierbei mehr darum ging, in fremde Rollen und Welten schlüpfen zu wollen.
Und das ist es ja gerade, was mich am Schreibprozess fasziniert: Dass ich dabei in eine Welt eintauche, die es so zuvor noch nie gab. Die meiner Fantasie entspringt und mich in unerwartete Richtungen fortreißt. Beim Schreiben erlebe ich stellvertretend die Erfahrungen der Protagonisten und bereichere dadurch mein eigenes Leben.

Was lange währt, wird endlich gut. So heißt es und so war es in meinem Fall. Nun kann ich das Schreiben nicht mehr aus meinem Leben wegdenken und habe ihm endlich den gebührenden Stellenwert in meinem Leben eingeräumt.
Darauf bin ich stolz, denn es braucht Mut, sich den eigenen Begabungen hinzugeben und sie tatsächlich bewusst zu leben.

SARAH

 
 
 
 
 
 

Schreibe einen Kommentar